Sehr oft machen wir uns Gedanken darüber, wie wir unseren Alltag ökologischer und nachhaltiger gestalten können. Wir kaufen Fair Trade Produkte, kaufen Energiesparlampen und sortieren unseren Müll. Dies sind bewusste Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen um unseren ökologischen Fußabdruck etwas besser zu gestalten. Unseren Arbeitsalltag nehmen wir oft nicht so bewusst war. Wir sind gerne in unseren routinierten Abläufen und hinterfragen unsere Tätigkeiten nicht. Im Folgenden will ich Euch ein paar Tipps an die Hand geben, wie Ihr auch im Büro oder im Homeoffice etwas Nachhaltigkeit implementieren könnt.

Think before (and how) you print

Das ist wohl der älteste Grundsatz des umweltfreundlichen Büros, der seit ca. einem Jahrzehnt in jeder zweiten E-Mail zu finden ist. Er ist uns so gegenwärtig, dass wir ihn eigentlich kaum noch bewusst wahrnehmen oder darüber nachdenken. Dabei sollten wir nicht nur darüber nachdenken, ob wir etwas ausdrucken müssen, sondern auch wie. Hat man mehrere Seiten PDF zu lesen, so kann man dies auch auf dem Tablet tun. Steht kein Tablet zur Verfügung – oder man besteht auf die Haptik von Papier – kann man auch meistens problemlos vier Seiten auf Eine Drucken. Auf Recycling Papier, versteht sich.

Drucker reduzieren

Bleiben wir noch einen Moment beim Thema drucken, denn mal abgesehen vom Papier gibt es noch andere Punkte an den Geräten, die man optimieren kann. Auch moderne Laserdrucker verbrauchen im Standby jede Menge Strom. Ein einfacher Weg weniger Energie zu verbrauchen besteht beispielsweise darin, die Anzahl der Geräte zu reduzieren. Seid dabei radikal: Ein Drucker für 100 Mitarbeiter genügt völlig. Wenn das Drucken für Mitarbeiter erschwert wird – beispielsweise durch weite Wege und lange Warteschlangen – werden sie sich automatisch Alternativen dafür suchen. Etabliert einen separaten Drucker Raum, in welchem die Standby Geräte via Zeitschaltuhren nachts ausgeschaltet werden können. Gibt es Beschwerden darüber, könnt Ihr zusätzlich das Argument des Laser-Feinstaubes anführen, der nachweislich gesundheitsschädigend sein kann.

Natürlich müsst Ihr Ausnahmen für Vieldrucker oder Sonderrollen machen: Chefsekretärinnen sollten nicht vier Stockwerke zum Drucker laufen müssen und es will auch niemand, dass die Personalabteilung für Schlangenbildung sorgt, wenn Verträge oder Abrechnungen ausgedruckt werden müssen. Eine objektive Bedarfsanalyse steht hier an erster Stelle.

Den PC auch mal ausmachen

Windows hat eine kleine aber clevere Funktion: Den Energiesparmodus. Das wusstest Du schon? Und wie oft nutzt Du ihn?

Oft meldet man sich zwar von Windows ab, um die Privatsphäre zu schützen, aber nur selten schützt man auch bewusst die Umwelt – oder die Stromrechnung. In vielen Büros laufen die Computer solange der Mitarbeiter da ist, was in den meisten Fällen neun Stunden sind. Zieht man aber Toilettengänge und Kaffeepausen (30 Minuten), die Mittagspause (60 Minuten), Meetings und Telefonate (120 Minuten) davon ab, wird an dem Gerät nur etwa zwei Drittel der Zeit gearbeitet. Auch in dieser Hinsicht kannst Du Deine Mitarbeiter erziehen; sei kreativ!

Sich den Arbeitsweg sparen

Ich erinnere mich, dass ich während eines Praktikums einmal 500 Kilometer pro Woche reinen Arbeitsweg hatte. Der Arbeitgeber lag in der tiefsten, fränkischen Provinz und gut ausgebildete Wissensarbeiter ziehen nur ungern in die landwirtschaftlich geprägte Peripherie, sodass über die Hälfte aller Mitarbeiter der zentralen Abteilungen aus verschiedenen Metropolen in die Hinterwelt pendelten. Von Bus oder Zuganbindung konnte nicht die Rede sein und auch Mitfahrgelegenheiten bildeten sich nur selten, da die persönliche Flexibilität eingeschränkt wurde.

Man hätte viel Stress und CO2 einsparen können, wäre man in diesem Unternehmen auf virtuelle Teams umgestiegen. Durch Einführung von Kollaborationslösungen wie etwas Office 365 werden oft bis zu 60% der Präsenz im Büro überflüssig, also etwa 2-3 Tage im Büro. Auf sieben Monate Praktikum gerechnet hätte ich mir damals 7.500 Kilometer, viereinhalb Tage Lebenszeit und 500 Liter Benzin sparen können. Auf die weiteren Vorteile von Homeoffice werde ich einmal an anderer Stelle eingehen…

Büroräume reduzieren

Wir sind uns wohl alle einig, dass es ökologisch ist den Energieverbrauch weltweit zu senken. Wenn nun unsere Mitarbeiter Zuhause sind, können wir auch die Anzahl der Arbeitsplätze drastisch senken und diese umgestalten. Durch weniger Raum kannst Du nicht nur Heiz- und Stromkosten sondern auch Miete einsparen. Viele Unternehmen – wie Microsoft beispielsweise – machen schon vor, wie der Arbeitsplatz von morgen aussieht.

Bewusste Neuanschaffungen

Schon bevor ein Gerät ins Unternehmen kommt, produziert es CO2 und geht durch menschliche Hände. Vor der Anschaffung eines neuen Devices kann man sich darüber informieren, welche Umweltrichtlinien und soziale Verpflichtungen Hersteller erfüllen. Apple hat seit einigen Jahren in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle inne, aber auch im Android Bereich bieten Marken wie Fairphone Transparenz was die Herstellungsrichtlinien betrifft.

Müll vermeiden

Und damit ist nicht nur Recycling gemeint. Ich bin mir sicher, dass in den meisten Büros schon fleißig Rest- von Papiermüll getrennt wird. In manch einer Büroküche findet sich sogar ein gelber Sack und in irgendeinem Putzraum steht ein Sammelbehälter für leere Batterien. Wenn Du denkst, Du vermeidest Büromüll so gut Du kannst, lies einmal diesen inspirierenden Artikel über Microsoft: Das Unternehmen schaffte es auf seinen Campus in Redmond – mit 44.000 Mitarbeitern – 99,5% des gesamten Mülls zu vermeiden.

Grüne Energie beziehen

Ja es stimmt: Grüne Stromtarife sind oft einfach teurer als konventioneller Strom. Das hat aber gute Gründe, den grüne Energiequellen müssen noch ausgebaut und erschlossen werden, während die Infrastruktur für herkömmlichen Strom bereits steht. Wenn Du mit gutem Beispiel voraus gehen willst, kannst Du Deinen örtlichen Stromanbieter dabei unterstützen, Deine Region mit nachhaltiger Energie zu beliefern. Grüne IT beginnt mit grünem Strom.

Überdenken Sie Ihr Beleuchtungskonzept

Flimmern in Ihren Gängen immer noch die guten, alten Leuchtstoffröhren? Gerade in Büros mit fensterlosen Gängen sieht man diese kalten Lichtspender regelmäßig. Überdenken Sie Ihr Beleuchtungskonzept radikal: LED Lösungen mit einstellbarer Lichtwärme, Bewegungsmelder und Zeitschaltuhren geben Ihnen die Chance, Ihr Büro in einem ganz anderem Licht darzustellen und dabei ordentlich Strom zu sparen.

Organisieren Sie den Außendienst neu

Wenn Ihre Außendienst Mitarbeiter immer noch im PKW unterwegs sind, empfiehlt es sich einmal darüber nachzudenken, ob Zugfahren nicht eine umsetzbare Alternative ist: Bahncard-Inhaber fahren automatisch mit grünem Strom und können gleichzeitig die Zeit im Zug produktiv nutzen. Zwar erfordert eine Abschaffung der Fahrzeugflotte viel Mut und eine Neustrukturierung der Arbeitsweise, aber auch Ihre Mitarbeiter werden merken, dass es stressfreier auf Schienen voran geht, als auf dem Schlachtfeld welches wir Autobahn nennen.

So, jetzt hab ich mal spontan zehn Tipps runtergeschrieben. Ich könnte so noch den ganzen Tag weiter machen, aber ich muss mich mal wieder bewegen und meine Hündin auch. Wenn ich gleich das Büro verlasse, mache ich natürlich das Licht aus und fahre meine Geräte herunter. In einem meiner nächsten Artikel werde ich ein bisschen darüber schreiben, warum es so wichtig ist hin und wieder aufzustehen und warum herkömmliche Gesundheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz häufig völlig am Ziel vorbei schießen.

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10 Tipps für ein nachhaltigeres Büro
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